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CH_NL / Pro-Life: Pro-Life Versicherungen in Bedrängnis

IEF, 21.09.2022 – Während eine holländische Versicherung verpflichtend auch Abtreibungen decken muss, fällt eine schweizerische Krankenkasse linksradikalen Angriffen zum Opfer.

Zum Anbieten lebensfeindlicher Versicherungsleistungen gezwungen

Bis zum 1. Jänner 2023 wird die holländische Versicherung „Pro Life“ ihre bisherige lebensbejahende Ausrichtung beibehalten und keine Maßnahmen wie etwa Abtreibungen, „Sterbehilfe“, Hormonbehandlungen oder geschlechtsändernde Operationen abdecken. Danach wird eine Standardversicherung angeboten werden, die auch für kontroverse medizinische Eingriffe bezahlt. Die Veränderung schmerze, beteuerte Jos Leijenhorst, Direktor der christlichen Versicherungsagentur. Eine Verleumdungskampagne, bestehend aus zahlreichen parlamentarischen Anfragen der liberalen Partei GroenLinks zur “Pro-Life”-Versicherung, den Androhungen großer Klienten, die kollektive Versicherung ihrer Mitarbeiter zu kündigen und einem darauffolgenden Social Media-Proteststurm habe Leijenhorst allerdings dazu gezwungen, Änderungen im Versicherungsangebot vorzunehmen und künftig nun doch „Sterbehilfe“ und diverse empfängnisverhütende Maßnahmen abzudecken.

Neuer Kurs konzentriert sich auf Bedeutung einer christlichen Versicherung für die Versicherten

Das Versicherungssystem erlaube es nicht, eine 100-prozentig „reine“, Versicherung anzubieten, die von der Unterstützung kontroverser medizinischer Behandlungen absieht, so Leijenhorst. Die ganzen Diskussionen rund um die Versicherungsleistungen bzw. Nichtleistungen hätten überdies von der eigentlichen Botschaft, die man mit dem Angebot einer Pro-Life Versicherung vermitteln wolle, abgelenkt, nämlich, dass Gott derjenige sei, der Leben gebe und nehme und dass das Leben schützenswert vom Anfang bis zum Ende sei. Nun wolle man sich nicht darauf konzentrieren, welche Kosten die Versicherung nicht erstatte, sondern vielmehr darauf, was eine christliche Krankenversicherung ausmache. Man wolle auf Beratung durch christliche Ärzte und mehr Informationen über ethische Vor- und Nachteile von verschiedenen Behandlungen setzen. Ob der Name der Versicherung „Pro Life“ nun trotzdem bleibe, sei unklar.

Kein Platz für christliche Werte in diverser Gesellschaft

„In der breiten Gesellschaft ist ein Aufruf zu mehr Diversität zu vernehmen. Das Einstehen fürs Leben und christliche Werte und Normen fällt anscheinend nicht darunter. Eine sehr besorgniserregende Entwicklung“, zeigt sich Diederik van Dijk, Direktor der holländischen Patientenvereinigung, enttäuscht über die Folgen der Verleumdungskampagne gegen den christlichen Versicherer. Auch Henk Jochemsen, Vorsitzender und Sprecher der Versicherung kritisiert diese Entwicklung. „Wo ist Platz für eine starke und lebendige Zivilgesellschaft, wenn ein christlicher Versicherer unter dem Deckmantel der Diversität ausgeschlossen wird?“, so Jochemsen.

Farbanschlag auf Schweizerische Pro-Life Krankenkasse

Ähnlich wie der holländischen Versicherung könnte es nun auch bald der schweizerischen Krankenkasse Helsana gehen. Diese arbeitet mit der Organisation „Pro-Life“ zusammen und verspricht einen 10-prozentigen Rabatt auf Zusatzversicherungen, wenn Frauen schriftlich versichern, keine Abtreibungen vornehmen zu lassen. Wie lange diese Zusammenarbeit noch bestehen bleibt, ist unklar. Die Co-Präsidentinnen der schweizerischen sozialdemokratischen Frauen Martine Docourt und Tamara Funiciello haben über Social-Media-Kanäle bereits zu einer Onlinepetition gegen Helsana aufgerufen, um das „hart erkämpfte Grundrecht auf Abtreibung“ zu schützen. Kurze Zeit später erfolgte ein Farbanschlag von linksradikalen Aktivisten auf eine Helsana-Filiale. Dabei wurden die Schaufenster der Filiale mit Graffiti verunstaltet, die Helsana und “Pro-Life” beschimpften. Helsana unterstütze durch die Zusammenarbeit mit “Pro-Life” eine Bewegung, „die die Grundrechte von Menschen mit Gebärmutter direkt angreift“, wird eine Aktivistin zitiert. Helsana hingegen betont, dass sie mit “Pro-Life” sowie mit etlichen anderen Organisationen einen branchenüblichen Kollektivvertrag habe. Dabei spiele die Weltanschauung keine Rolle. „Wir stehen dazu, unseren Kunden den Versicherungsschutz zu bieten, unabhängig von deren politischer oder religiöser Ausrichtung“, so Helsana. Ob Helsana dem immer größer werdenden Druck von außen standhalten kann, bleibt abzuwarten. Die schweizerische Krankenkasse und Helsanas Konkurrentin “CSS” hat ihre Zusammenarbeit mit „Pro-Life“ bereits 2021 beendet. (TS)

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