CA / Abtreibung: Gesetz zum Genderzid-Verbot abgelehnt

IEF, 21.06.2021 – Das kanadische Parlament hat gegen ein Gesetz gestimmt, das eine geschlechtsspezifische Abtreibung (Genderzid) verboten hätte. Vor allem Mädchen sind betroffen.

Die Vereinten Nationen (UN) sprechen von schätzungsweise 140 Millionen Frauen, die aufgrund von Geschlechterselektion weltweit als „vermisst“ gelten. Dies sei das Ergebnis der Präferenz von Söhnen und folglich der geschlechtsspezifischen Selektion (Genderzid), so die Vereinten Nationen. Bereits vor zehn Jahren zeigten sich mehrere Organisationen der UN, darunter UNICEF, UN Women und die WHO, in einem Grundlagenpapier besorgt über die Entwicklungen der „Mädchenvernichtung“ und verurteilten diese zutiefst.

Niedriger Status von Frauen und Mädchen

Der Effekt der geschlechtsspezifischen Selektion auf die Gesellschaft sei dabei nicht zu vernachlässigen, wie der UN Population Fund letztes Jahr verkündet hatte. „Die zunehmende Selektion ist alarmierend, da sie den anhaltenden niedrigen Status von Frauen und Mädchen widerspiegelt. Das daraus resultierende Gender-Ungleichgewicht wirkt zudem schädigend auf die Gesellschaft ein“, so der UN Population Fund. Insbesondere wird von sexueller Gewalt und Menschenhandel berichtet, die unmittelbar mit diesem Phänomen in Verbindung gebracht werden konnten.

Kanada ignoriert Warnungen

Trotz der Ausführungen der UN lehnte man in Kanada kürzlich einen Gesetzesentwurf ab, der ebendiese geschlechterspezifischen Abtreibungen (Genderzid) verboten hätte, wie Bioedge berichtete. Wichtiger als der Schutz von Mädchen vor tödlicher Selektion schien das Recht der Frauen, über den eigenen Körper entscheiden zu dürfen. „Die Debatte ist vorüber“, wie Frauenministerin Maryam Monsef verkündete. „Frauen und wirklich nur Frauen alleine sollen über ihren Körper und über ihre Gesundheitsversorgung bestimmen. Hier gibt es keinen Platz für Politiker, sich einzumischen“, so Monsef.

Das geplante Gesetz (Bill C-233) zum Verbot von Genderzid wurde von der konservativen Abgeordneten Cathay Wagantall initiiert und hätte zu einer Strafe für Gesundheitsdienstleister geführt, die eine Abtreibung alleine aufgrund des Geschlechts des Kindes durchgeführt hätten. Die Abstimmung endete mit 248 Stimmen gegen und 82 Stimmen für das Gesetz, wobei sich die liberalen Parteien alle gegen das Gesetz aussprachen. (TS)

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