IEF-Berater-Jour fixe 2026
Die Fortbildung für Juristen und Familienberater – aus der Praxis für die Praxis
Der IEF-Berater-Jour fixe ist eine Reihe von Vortragsabenden für juristische und psychosoziale Beraterinnen und Berater und interessierte Experten. Die Themen der einzelnen Abende ergeben sich aus aktuellen Fragen der Rechtsprechung, der Praxis der Verwaltungsbehörden, sowie aus den besonderen Bedürfnissen der Klienten. Die Vorträge sind einzeln buchbar. Im Ausmaß von vier Einheiten bietet der Jour fixe kompakte Information, Diskussion und Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen anderer Familienberatungsstellen und Experten anderer Facheinrichtungen.
Kosten: Vollzahler 128 EUR,
anerkannte Berater (+ in einer geförderten Familienberatungsstelle tätig; Trägerbestätigung erforderlich) 60 EUR*
*Bzgl. Förderung beachten Sie bitte: Es werden nur 8 Plätze je Fortbildungsabend vom Bundeskanzleramt/Sektion Familie gefördert. Um möglichst vielen Beraterinnen und Beratern aus geförderten Familienberatungsstellen die Teilnahme zu einem vergünstigten Preis ermöglichen zu können, wird die Förderung auf alle Tickets aufgeteilt, daher ergibt sich ein höherer Ticketpreis je Teilnehmenden, als in der Ausschreibung des Ministeriums angegeben.
Die IEF-Berater Jour fixe 2026 spannen einen Bogen von den psychosozialen Themen wie Krisen in Familien, Gewalt (Mobbing, sexualisierte und häusliche Gewalt), über die Möglichkeiten der Mediation in der Beratungspaxis bis hin zu den zunehmend komplexer werdenden Fragen des Familienrechts mit Auslandsbezug und dem Erbrecht. Näheres erfahren Sie unten bei den einzelnen Terminen.
Krise und Trauma – Familien in sehr stürmischen Zeiten
25.03.2026, 18.00 – 21.00 Uhr (4 EH)
Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Vortragende
Dr. Gertrude Bogyi

Klinische Psychologin und Psychotherapeutin (IP), Lehranalytikerin im Österreichischen Verein für Individualpsychologie. Langjährige Tätigkeit an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am AKH Wien, Begründerin und bis 2021 psychotherapeutische Leiterin des Traumazentrums „Boje“- Ambulatorium für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen. Errichtung des Traumazentrums Boje, einer Fort- und Weiterbildungseinrichtung für alle Berufsgruppen, die mit traumatisierten Kindern arbeiten.
Inhalte
Krisen und traumatische Ereignisse bringen Familien an ihre Grenzen und in seelische Not. Ob Verlust, Krankheit, Trennung, Gewalt, Flucht oder andere belastende Ereignisse – solche Erfahrungen können insbesondere bei Kindern und Jugendlichen tiefe seelische Spuren hinterlassen und ihre Entwicklung beeinträchtigen.
Sowohl bei akuten Krisen als auch bei Langzeitbelastungen kann viel Hilfreiches getan werden! Die Vortragende vermittelt, wie Akzeptanz und Offenheit Familien dabei unterstützen, belastende Ereignisse ehrlich anzusprechen und erneute Belastungen durch Schweigen zu verhindern. Gespräche über Tod, Suizid oder Gewalt bleiben herausfordernd – auch für erfahrende Beratende –, sind jedoch zentral für eine heilsame Begleitung von Familien. Im Mittelpunkt stehen das Erkennen und Einordnen traumatischer Reaktionen, das Verständnis für die Dynamik von Krisenprozessen sowie die Bedeutung von Akzeptanz, Wahrhaftigkeit und Halt in der Begleitung.
Anhand praxisnaher Beispiele werden konkrete Interventionen dargestellt und aufgezeigt, wie Berater:innen Eltern und Bezugspersonen unterstützen können, mit Kindern und Jugendlichen offen über Verlust, Krankheit oder Tod zu sprechen – ohne zu beschönigen und ohne zu überfordern (von akuter Krisenintervention und Psychoedukation über mittelfristige Begleitung bis hin zu Methoden aus der Traumatherapie). Ziel ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit familiären Krisen zu fördern, Ressourcen zu stärken, Sprachlosigkeit zu überwinden und Wege aufzuzeigen, wie Familien trotz intensiver Belastung Stabilität und Vertrauen zurückgewinnen können.
Gewalt: erkennen – handeln – vorbeugen!
Handlungsmöglichkeiten und Strategien zur wirksamen Prävention in der Familienberatung
06.05.2026, 18.00 – 21.00 Uhr (4 EH)
Teilnahme vor Ort und online möglich (bitte beim Ticketkauf beachten!)
Vortragender
Günther Ebenschweiger

über 40 Jahre Polizeibeamter in Graz, Präsident des Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention, langjähriger Trainer für universelle, selektive und indizierte Präventionsarbeit in den Bereichen „sexualisierte Gewalt“, „häusliche Gewalt“, „Mobbing und Cybermobbing“ sowie „Radikalisierungsprävention“; Trainer für medienpädagogische Elternarbeit; Geschäftsführer der Plattform für Kriminalprävention, Wissenstransfer und Vernetzung GmbH
Inhalte
Gewalt hat viele Gesichter – umso herausfordernder ist es, sie rechtzeitig zu erkennen, zu handeln und sich und Familienangehörige, insbesondere Kinder, zu schützen. In dieser Fortbildung werden Erkennungsmerkmale, Handlungsmöglichkeiten und wirksame Präventionsstrategien zu Mobbing, sexualisierter und häuslicher Gewalt praxisnah vermittelt – mit dem Blick auf neue Herausforderungen durch Ausgrenzung und Gewalt im digitalen Raum.
Mobbing hinterlässt Spuren – bei Kindern, Jugendlichen und auch ihren Familien – oft mit tiefgreifenden psychischen Folgen. Der Vortrag zeigt, wie Mobbing in Gruppen entsteht und welche Dynamiken es in Kindergarten, Schule und Familie entfalten kann. Beratende erfahren, wie sie Familien sensibilisieren, Warnsignale frühzeitig zu erkennen, Kinder/Jugendliche stärken und präventive Erziehungshaltungen fördern können, um Mobbing frühzeitig zu stoppen – auch im digitalen Raum.
Beleuchtet werden weiters Strukturen, Dynamiken und Folgen häuslicher, patriarchaler und sexualisierter Gewalt sowie ihre Auswirkungen auf familiäre Beziehungen. Berater:innen erhalten konkrete Impulse, wie sie betroffene Familien stabilisieren, Wege aus der Gewalt aufzeigen und zur Entwicklung sicherer familiärer Bindungen beitragen können. Darüber hinaus werden Handlungsstrategien vermittelt, um die Sicherheit und den Schutz von Familien zu fördern und diese zu empowern.
Anmeldung zur Teilnahme VOR ORT
(begrenzte Teilnehmerzahl)
Anmeldung zur ONLINE TEILNAHME
Wie Familien den Kriegspfad verlassen und Beratende den Weg zum Frieden ebnen können
– effektive Tools aus der Mediationspraxis
17.06.2026, 18.00 – 21.00 Uhr (4 EH)
Teilnahme vor Ort und online möglich (bitte beim Ticketkauf beachten!)
Vortragende
Mag. Adelheid Beer

langjährige Richterin, Mediatorin, Vorsitzende der Fachgruppe „Einigung, alternative Streitbeilegung bei Gericht“ der Richtervereinigung, Vortragende, insbesondere zu Themen wie Mietrecht und Kommunikation
Inhalte
Wie können Konfliktdynamiken frühzeitig entschärft und konstruktive Kommunikationsprozesse gefördert werden? Die Referentin öffnet den Blick für typische Eskalationsmuster, wie sie unter anderem im Gerichtssaal sichtbar werden und übersetzt diese in verständliche, mediative Methoden für die Beratungspraxis. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie Familien gezielt dabei unterstützen können, ihr Kriegsbeil zu begraben und eigenverantwortliche, tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Fortbildung stärkt unter anderem darin, frühzeitig wirksame Impulse zu setzen, Streit zu deeskalieren und Familien so vor kostenintensiven vorschnellen gerichtlichen Auseinandersetzungen zu bewahren.
Anmeldung zur Teilnahme VOR ORT
(begrenzte Teilnehmerzahl)
Anmeldung zur ONLINE TEILNAHME
Wenn die Trennung Grenzen überschreitet
– Familienrecht mit Auslandsbezug
07.10.2026, 18.00 – 21.00 Uhr (4 EH)
Teilnahme vor Ort und online möglich (bitte beim Ticketkauf beachten!)
Vortragender
Mag. Robert Protic

Richter am BG Innere Stadt Wien, seit 2004 in Familienrechts- und Außerstreitsachen tätig, insbesondere Verfahren nach dem HKÜ
Inhalte
Durch Migration, zunehmende Mobilität, und binational geprägte Lebensformen sind Gerichte und auch Familienberatungsstellen immer häufiger mit komplexen Fällen konfrontiert, in denen mehrere Rechtsordnungen zugleich eine Rolle spielen können.
Die Fortbildung bietet einen praxisnahen Überblick über zentrale Fragen des Familienrechts mit Auslandsbezug – von grenzüberschreitender Obsorge und Kindesentführung über Unterhalt und dessen Durchsetzung bis hin zur Anerkennung ausländischer Entscheidungen (Scheidungsurteile, Obsorgebeschlüsse, etc.) sowie Eheschließungen.
Anhand von Fällen aus der Praxis mit Auslandsbezug (z. B. Elternteile in verschiedenen Ländern, Durchsetzung ausländischer Unterhaltstitel, Anerkennung von Entscheidungen aus EU- und Drittstaaten, religiöse bzw. im Ausland geschlossene Ehen, etc.) werden die wichtigsten Instrumente und Verfahrensabläufe erläutert. Im Fokus stehen ebenso Fragen zur Zusammenarbeit mit ausländischen Gerichten und Behörden sowie zu Möglichkeiten der Vernehmung im Ausland.
Die Fortbildung vermittelt Berater:innen ein klares Orientierungswissen – einen sog. Kompass für grenzüberschreitende Familiensituationen bzw. Trennungen samt seinen Folgen, um Klient:innen bestmöglich informieren und unterstützen zu können.
Anmeldung zur Teilnahme VOR ORT
(begrenzte Teilnehmerzahl)
Anmeldung zur ONLINE TEILNAHME
Erben ohne Rosenkrieg
– wie ist das möglich?
18.11.2026, 18.00 – 21.00 Uhr (4 EH)
Teilnahme vor Ort und online möglich (bitte beim Ticketkauf beachten!)
Vortragende
Mag. Sandra Barton

Notarsubstitutin in Purkersdorf, universitäre Schwerpunktausbildung in Medizinrecht; berufliche Schwerpunkte: Erbrecht, Vorsorgefragen, Liegenschaftsrecht, Unternehmens- und Gesellschaftsrecht
Inhalte
Wenn es ums Erben oder Schenken geht, geraten familiäre Bande oft ins Wanken. Unklare Erwartungen, unausgesprochene Wünsche und rechtliche Stolpersteine führen schnell zu Spannungen oder sogar zu dauerhaften Beziehungsbrüchen.
Inwieweit können zu Lebzeiten getroffene Regelungen Konflikten in der Familie vorbeugen und für klare Verhältnisse bzw. einen fairen Ausgleich sorgen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten im Erbrecht gibt es und wie müssen Testamente errichtet werden, um Fälschungen vorzubeugen? Wie wird eine Verlassenschaft in der Praxis konkret abgewickelt? Anhand lebensnaher Beispiele und aktueller Rechtsprechung wird in dieser Fortbildung vermittelt, wie das Erbe ausgestaltet werden kann und ob bzw. wie rechtzeitige Vereinbarungen Rechtssicherheit schaffen und familiäre Beziehungen stärken können.
