IEF, 13.03.2019 – Anbieter sexualpädagogischer Workshops für Schulen werden bis 28.3 aufgerufen, ihre Programme in einer Kurzdarstellung schriftlich beim Österreichischen Institut für Familienforschung vorzustellen.

Wie das IEF bereits öfter berichtet hat, arbeitet das Bildungsministerium an der Erstellung  von Kriterien im Umgang mit externen Anbietern sexualpädagogischer Programme zur Ergänzung des schulischen Unterrichts. Zwar wurde zwischenzeitlich in der letzten Legislaturperiode noch ein Entschließungsantrag verabschiedet, der den Bildungsminister eigentlich aufgefordert hat, die Tätigkeit sämtlicher externer Vereine in Fragen der Sexualerziehung an Schulen zu untersagen (das IEF hat berichtet). Unter der neuen Regierung scheint dieses Ziel jedoch nicht verfolgt zu werden. Vielmehr scheint man den ursprünglich eingeschlagenen Weg der Akkreditierungskriterien für externe Anbieter weiterverfolgen zu wollen. Ab dem Schuljahr 2021/2022 sollen Schulen bei der Zusammenarbeit mit außerschulischen Organisationen/Personen im Bereich der Sexualpädagogik aus einer vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellten Liste auswählen können, heißt es in einem dem IEF vorliegenden offenen Schreiben.

In diesem Schreiben lädt das Bildungsministerium Experten aus dem Bereich der Sexualpädagogik ein, ihre für Schulen konzipierten Programme in einer Kurzdarstellung vorzustellen, um eine erste Übersicht über schulexterne Angebote zur Sexualerziehung zu erlangen. Explizit wird das Schreiben auch als Einladung zur Interessensbekundung tituliert.

Sexualpädagogik wird dabei explizit weit definiert. Wörtlich heißt es: „Sexualpädagogische Angebote umfassen u. a. auch folgende Themen, selbst wenn diese nicht explizit als sexualpädagogische Angebote ausgewiesen sind: Der menschliche Körper und seine Entwicklung; Fruchtbarkeit und Fortpflanzung; Beziehungen und Lebensstile; Geschlecht und Geschlechtsidentität sowie sexuelle Orientierung; Sexualität; Emotionen und Gefühle sowie Körperwahrnehmung; (sexuelle) Gewaltprävention; Sexualität, Gesundheit und Wohlbefinden.

Interessenten werden ersucht bis 28.03.2020 im Rahmen einer formlosen Kurzinformation (maximal 2 DIN A4 Seiten) einige zentrale Angaben zum jeweiligen sexualpädagogisch relevanten Angebot zu machen. Diese soll insbesondere folgende Punkte umfassen: Die Themen, die das Angebot abdeckt, eine kurze Beschreibung, welche methodisch/didaktische Konzepte der Arbeit zugrunde liegen sowie welche Grundqualifikation (Basis-Ausbildung) und Zusatzausbildung die mitarbeitenden Personen haben.

Diese Kurzinformation soll bis spätestens 28.03.2020 an den Projektleiter am Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF), Herrn Dr. Olaf Kapella (olaf.kapella@oif.ac.at) übermittelt werden. (StM)

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