Palliativversorgung
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AT / Lebensende: WHO für weltweiten Ausbau der Palliativversorgung

IEF, 20.10.2021 – Zum Welttag der Hospiz- und Palliativpflege sprach sich die WHO für einen gerechten und universalen Zugang zur Palliativversorgung weltweit aus.

„Niemanden zurücklassen. Gleichberechtigter Zugang zur Palliativversorgung“ lautete das Thema des diesjährigen Welttags der Hospiz- und Palliativpflege am 9. Oktober 2021. Mehr als 56,8 Millionen Menschen, davon 25,7 Millionen in ihrem letzten Lebensjahr, würden Palliativversorgung benötigen. 78% davon leben in sogenannten „low- and middle-income countries“. Jedoch erhalten lediglich 12% der bedürftigen Menschen angemessene Palliativversorgung. Ein zusammenfassender Report der Worldwide Hospice Palliative Care Alliance anlässlich jenes Welttags thematisiert die herrschende Ungerechtigkeit bezüglich des Zugangs zur Palliativversorgung und sieht palliative Versorgung als ethische Verantwortung der Gesundheitssysteme. Besonders arme Länder stehen im Fokus der Betrachtung, aber auch einzelne Gruppen, wie etwa ältere Menschen, Kinder, behinderte Menschen und Gefängnisinsassen bekommen oft nicht jene Palliativpflege, die sie benötigen würden.

Neue WHO-Papiere zum Ausbau von qualitativer Palliativversorgung

Auch die WHO hat sich anlässlich des Welttags der Hospiz- und Palliativpflege zu Wort gemeldet und zwei neue Papiere publiziert, die erneut auf die Ungerechtigkeiten in der Palliativversorgung aufmerksam machen und Ländern helfen sollen, die Qualität ihrer Palliativversorgung zu verbessern. Durch die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung und die Zunahme unheilbarer Krankheiten erwartet man bis 2060 eine Verdoppelung des Bedarfs für Palliativversorgung. Von derzeit 25.000 Einrichtungen zur Palliativversorgung seien zudem lediglich 30% in jenen Ländern der Welt, die gerechten Zugang zur Palliativversorgung besonders benötigen würden. Es bleibe weiterhin ein großes Anliegen der WHO, die World Health Assembly (WHA) Resolution zur Palliativversorgung weltweit umzusetzen. Diese sehe Palliativversorgung als einen moralischen Imperativ der Gesundheitssysteme, das in allen Ebenen der Gesundheitsversorgung integriert werden sollte. (TS)

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