AT / Lebensanfang: Sichere Bindung stärkt Kinder für einen guten Start ins Leben

IEF, 01.03.2021 – Zahlreiche Untersuchungen belegen die Wichtigkeit der frühkindlichen Bindung für mehr Resilienz im Erwachsenenalter.

Die Bedeutung frühkindlicher Entwicklung, gerade im Hinblick auf die Bindung zwischen Eltern und Kindern, rückt immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern, Politikern, Psychologen und Sozialarbeitern. Kindergesundheit und frühkindliche Entwicklung sind auch seit einigen Jahren auf der Agenda der WHO. So widmet die Organisation ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema auch das im vergangenen Jahr erschienene „Framework on Early Childhood Development“. Dieses baut auf den Prinzipien der Gleichberechtigung aller Kinder, der Stärkung von Familien, der Zusammenarbeit zwischen Regierung und Gesellschaft zum Wohle der Kinder und der Entwicklung evidenzbasierter Strategien auf.

Frühe Hilfen“ als Best Practice Beispiel

Die WHO erwähnt auf ihrer Website unter dem Punkt Stories from Countries die „Frühen Hilfen“ aus Österreich als ein Best Practice Beispiel für ein gelungenes Unterstützungsangebot, das die frühkindliche Entwicklung fördert und Familien unterstützt. Frühe Hilfen verstehen sich als lokale und regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Hilfsangeboten für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren. Dabei steht auch die Förderung einer sicheren Eltern-Kind-Bindung vor und nach der Geburt im Vordergrund. Auch das IEF-Care Management mit seiner Rechtsberatung für Familien mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen ist Teil der „Frühen Hilfen“.

Gründerin des Gipfels der Herzensbildung über die frühkindliche Bindung

Warum Bindung und Familie einen prägenden Einfluss für die Entwicklung von Kindern haben, erklärt auch Maria Elisabeth Schmidt, Gründerin des Gipfels der Herzensbildung und autorisierte Neufeld-Beraterin, auf ihrer Website. Kinder binden sich instinktiv an die Menschen, die für sie sorgen, also in der Regel an die Eltern. Diese Bindung sei lebensnotwendig für die gesunde Entwicklung, so Schmidt. Die Realität sehe jedoch oft anders aus: Klare Bezugspersonen seien häufig nicht mehr verfügbar oder würden durch Handy und Fernsehen ersetzt. Stellvertretende Betreuungspersonen wie Lehrer oder Erzieherinnen könnten diese Bindungslücke meist nicht füllen. Dadurch entstünde ein Mangel an nötiger Sicherheit und Geborgenheit, den Kinder zur Reifung brauchen. Dieser führe in späteren Jahren zu Unreife und fehlender Resilienz bei schwierigen Lebensumständen.

IEF-Fortbildung zur frühkindlichen Bindung

Maria Schmidt ist demnächst auch bei einer IEF-Fortbildung am IEF zu hören, bei der sie aufzeigen wird, wie man eine sichere Bindungsentwicklung fördern kann. In dem online Vortrag wird die Expertin nach einer Einführung in die Grundlagen der aktuellen Bindungsforschung fundierte Anregungen für ein gezieltes Empowerment von Eltern geben, die Effektivität bedarfsorientierter früher Hilfen und bindungsorientierter Beratung am Kind beleuchten und auf Möglichkeiten für ein besseres Verständnis im Umgang mit jungen, gestressten und überforderten Eltern und Familien eingehen. Denn selbst in schwierigen, hochbelasteten Lebenssituationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung seien nachhaltige, positive Veränderungen möglich. (EF, AH)

Mehr Informationen zur IEF-Fortbildung „Sicher gebunden von Anfang an“ mit Maria Schmidt am 16. März 2021 finden Sie hier.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zur Auswirkung von Leihmutterschaft auf die frühkindliche Bindung.

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