Eltern-Kind-Pass
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AT / Familie: Mutter-Kind-Pass wird 2024 zu Eltern-Kind-Pass

IEF, 02.12.2022 – Die Reform des Mutter-Kind-Passes wurde beschlossen. Der neue Eltern-Kind-Pass wird digital sein und neue Leistungen enthalten.

Eltern-Kind-Pass enthält weitere Leistungen

Die Bundesregierung hat vor kurzem die Reform des seit 50 Jahren bestehenden Mutter-Kind-Passes im Ministerrat beschlossen. Wie das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) in einer Presseaussendung bekannt gab, wird das Vorsorgeprogramm für Schwangere, junge Eltern und deren Kinder um etliche Leistungen erweitert. Teil des Programms werden unter anderem psychosoziale Beratung sowie ein weiteres Hebammengespräch, eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung und ein zusätzliches Hörscreening für Neugeborene sein. Auch das Angebot einer Elternberatung sowie einer Ernährungs- und Gesundheitsberatung werden in den Leistungskatalog aufgenommen.

Digitalisierung des Passes

Außerdem soll der bislang als gelbes Heftchen bekannte Mutter-Kind-Pass digitalisiert werden. Mit der Digitalisierung soll die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse deutlich verbessert werden. Befunde können in Zukunft zwischen behandelnden Ärzten und Hebammen in elektronischer Form leichter weitergegeben werden. Die Digitalisierung verbessert auch die Absicherung bei einem Verlust des Passes.

Elternbildung als wichtiges Element

„Der Eltern-Kind-Pass ist ein wichtiges Vorsorge-Instrument für Schwangere, Kinder und junge Eltern. Es ist jetzt ein sehr breites Leistungsspektrum im Ministerrat vorgestellt worden, welches die Familien noch besser unterstützt. Mit dieser Erweiterung wird eine zentrale Familienbund-Forderung erfüllt: es kommt die präventiv so bedeutende Elternbildung als weiterer Baustein hinzu“, freut sich Familienbund-Präsident Mag. Bernhard Baier.

„Besonders freut uns, dass die Elternbildung in den Katalog des Eltern-Kind-Passes Einzug hält und damit Eltern in ihrer Aufgabe stärkt“, so Baier.  So werden Eltern beim ersten Kind durch Familienberatungsstellen über die Themen wie „Eltern sein“, „Karenz“, „Kinderbetreuungsgeld“, „Papamonat“, „Elternteilzeit“ oder „Auswirkungen auf die Pension“ informiert. „All diese Themen sind wichtig für Eltern und das partnerschaftliche Elternsein, damit beide Elternteile ihrer Aufgabe gut gestärkt nachkommen können. Damit können viele schwierige Situationen in Familien verhindert werden. Gerade die Partnerschaftlichkeit kann viel Spannung aus dem Familienalltag nehmen“, betont der Familienpräsident.

„Jeder Euro, den wir in die Gesundheit von Müttern und Kindern investieren, wird sich rentieren“, ist Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes, überzeugt. Der Familienverband schlägt über die Leistungserweiterungen hinaus die Erweiterung um einen Gutschein zur Elternbildung sowie eine kostenlose Mundhygiene für Schwangere vor.

Meilenstein: Valorisierung der Familienleistungen

Begrüßenswert für ein familienfreundliches Österreich ist in diesem Zusammenhang auch die Valorisierung der Familienleistungen, die bereits im September in trockene Tücher gelegt wurde. „Die künftig jährliche Valorisierung der Familienleistungen ist gerecht und angemessen. Eine langjährige Forderung von aktion leben für Gerechtigkeit wurde damit endlich erfüllt“, so Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben Österreich in einem Pressestatement. Aktion leben begrüße, dass die Familienleistungen automatisch an die Inflation angepasst werden. „Mütter und Väter übernehmen sehr viel Verantwortung. Es geht um nichts Geringeres als um die nächste Generation, auf deren Solidarität wir einmal angewiesen sein werden. Familien zu stärken und Chancengleichheit für alle Kinder herzustellen ist eine der wichtigsten Investitionen einer zukunftsfähigen Gesellschaft“, ist Kronthaler überzeugt. (TSG)

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