IEF, 06.02.2020 – Gericht sprach den Arzt frei, der den getöteten Wachkomapatienten Lambert behandelte. Eine Berufung ist wahrscheinlich.

Medienberichten zufolge kam das Gericht in Reims in seiner Entscheidung vom 28.01.2020 zum Schluss, dass der angeklagte Arzt Vincent Sanchez sich bei der Behandlung von Vincent Lambert stets an die geltende Rechtsprechung gehalten habe. Die Eltern des verstorbenen Wachkomapatienten Vincent Lambert hatten den Arzt wegen unterlassener Hilfeleistung verklagt. Laut deren Anwalt Jean Palliot ist eine Berufung sehr wahrscheinlich.

Wie das Institut für Ehe und Familie (IEF) ausführlich berichtete, verstarb der langjährige Wachkomapatient Lambert im Juli 2020, 9 Tage nachdem das von Sanchez geführte Ärzteteam die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr gestoppt hatte. Der Stopp der Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr führte zu einem Nieren- und Herzversagen und war ursächlich für den Tod.

Ein jahrelanger Streit ging Lamberts Tod voraus: Während seine Ehefrau Rachel als Vormund ihres Mannes die Behandlung beenden lassen wollte, legten seine Eltern dagegen zuletzt noch Beschwerde beim UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Vorerst konnte der UN-Ausschuss einen Behandlungsstopp verhindern, das Urteil eines französischen Höchstgerichts jedoch, „übertrumpfte“ die Weisung des UN-Ausschusses. Ob und wenn ja welche Konsequenzen Frankreich für die Missachtung der UN-Weisung tragen wird, ist noch ungewiss. (TSG)

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