AT / Politik: Arbeitsfreier Sonntag ist wertvolle Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit

IEF, 5.12.2017 – Gemeinsam mit der „Allianz für den freien Sonntag Österreichs“ diskutierte das Sozialministerium Anfang November zum Thema „Zeitsouverän oder flexibel? – Solidarische Arbeitszeitpolitik und die Rolle des freien Sonntags“. Ein wesentliches Thema war der Zusammenhang von freiem Sonntag bzw. gemeinsamen freien Zeiten und Zeitsouveränität sowie Zeitwohlstand. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie Menschen ein Mehr an Selbstbestimmung über ihre Lebens- und Arbeitszeit bekommen können.

Gastgeber und Sozialminister Alois Stöger betonte bei der Enquete, dass der arbeitsfreie Sonntag ein „Kontrapunkt zu einer rein ökonomisch orientierten Lebensweise und eine wertvolle Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit“ sei. Unbedingt notwendig sei außerdem die ständige Weiterentwicklung der Regulative: „Zeit zu haben für sich selbst, die Familie, soziale Bindungen und gesellschaftliche Teilhabe ist ein Ausdruck persönlicher Freiheit, der es verdient, kollektiv und gesamtgesellschaftlich geschützt zu werden. Diese Schutzbedürftigkeit ändert sich laufend und muss in vielfältiger Weise immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst werden.“, so Stöger. Franz Georg Brantner, Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich und Vertreter des ÖGB bezeichnete den arbeitsfreien Sonntag als „wesentliche Ressource, damit Menschen die vielfältigen Herausforderungen des Alltags wie etwa Betreuungsaufgaben und Erwerbsarbeit gut bewältigen können“.  Bischof em. Maximilian Aichern und Mitgründer der Allianz für den freien Sonntag versicherte in seinem Beitrag, dass die Allianz nicht locker lassen und sich weiter dafür einsetzen [wird], dass der arbeitsfreie Sonntag für den Menschen und für die Gesellschaft erhalten bleibt“.

Die Allianz für den freien Sonntag, der mehr als 50 Organisationen aus den Bereichen Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, angehören, tritt in Politik und Wirtschaft immer wieder für den Schutz der Sonntagsruhe ein. Sie betont, dass der arbeitsfreie Sonntag eine Grenze zwischen fremdbestimmter und selbstbestimmter Zeit bedeutet und dem Trend entgegenwirkt, dass alle Lebenszeit zu Arbeits- und Konsumzeit wird. Für die Allianz des freien Sonntags ist der Sonntag Familien- und Beziehungstag, der in Zeiten zunehmender Arbeitsbelastung und flexibler Arbeitszeiten als gemeinsam begangener Tag an Bedeutung gewinnt. Insofern garantiert der Sonntag Zeitwohlstand und Lebensqualität – für die Person und für die Gesellschaft.

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