AT / Pro-Life: aktion leben veröffentlicht Maßnahmenkatalog

IEF, 11.6.2018 – Der unabhängige und gemeinnützige Lebensschutzverein aktion leben österreich veröffentlichte kürzlich einen „Maßnahmenkatalog für ein lebensfreundliches Österreich“. Darin enthalten sind 60 konkrete Vorschläge an die Politik um in Österreich das Ja zum Leben zu stärken.

Bewusstsein für den Wert und die Würde des Lebens schaffen

„Österreich braucht ein vertieftes Bewusstsein für den Wert und die Würde menschlichen Lebens. Dazu legen wir 60 konkrete Maßnahmen für wichtige Phasen im Leben eines Menschen vor“, erklärt Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich, in der aktuellen Presseaussendung. In ihrem 36 Seiten umfassenden Maßnahmenkatalog geht die NGO daher auf ein breites Spektrum an Fragen aus den Bereichen Schwangerschaft, Schwangerenberatung & Geburt, Pränataldiagnostik Familien- und Sozialpolitik, Sexualpädagogik & Lebenswissen, Unerfüllter Kinderwunsch, Menschenwürde & Biotechnologie und menschenwürdiges Sterben ein.

Maßnahmen: Schwangerschaft, Schwangerenberatung und Geburt

In diesem Bereich fordert aktion leben einmal mehr eine anonyme Statistik sowie eine regelmäßige Motiverforschung über Schwangerschaftsabbrüche. Ärzte sollen außerdem verpflichtend über Schwangerenberatung informieren. Zudem solle eine gesetzliche Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch eingeführt werden. Die Arbeit der aktion leben werde auch durch die fehlenden Mitteln für Werbung von Schwangerenberatungsstellen erschwert, wie Kronthaler auch in Doppelinterview mit dem Abtreibungsarzt Christian Fiala in den Salzburger Nachrichten vom 9.6.2018 betonte. Eine stärkere öffentliche Förderung der Werbung anerkannter Familienberatungsstellen mit Schwerpunkt Schwangerenkonfliktberatung wäre daher dringend notwendig. Gerade als Gegenstück zu den allerorts präsenten Werbetafeln für Abbruchmöglichkeiten.

Maßnahmen: Pränataldiagnostik

Im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Pränataldiagnostik (PND) fordert aktion leben mehr Transparenz über die Praxis der PND und bessere Information der werdenden Eltern. Die Begleitung von Paaren vor-, während und nach PND durch ein multiprofessionelles Team sei außerdem notwendig. Rein selektive Diagnoseverfahren (wie der Bluttest auf Chromosomenstörungen) dürften keine Kassenleistungen werden. Die PND sollte als Instrument der Selektion hinterfragt werden. In diesem Zusammenhang spricht sich aktion leben für die Abschaffung der sog. eugenischen Indikation (Abtreibung/Fetozid des ungeborenen Kindes aufgrund möglicher Behinderung  bis zum Einsetzen der Wehen) aus. Gerade für behinderte Menschen und deren Familien müsse die Solidargemeinschaft die notwendigen Mittel bereitstellen, betont aktion leben. Der Verein fordert außerdem die Reparatur der „Kind-als-Schaden Judikatur“. Ärzte müssten nach dem Grad ihres Fehlverhaltens bei der Diagnose haften, nicht nach dem Grad der Behinderung des wegen fehlerhafter Diagnose nicht abgetriebenen Kindes, so Kronthaler gegenüber dem Institut für Ehe und Familie (IEF).

Maßnahmen: Familien- und Sozialpolitik

Im Zusammenhang mit Familienleistungen reiht sich aktion leben zu zahlreichen Mitstreitern, die eine Wertsicherung von Kinderbetreuungsgeld, Wochengeld und Familienbeihilfe fordern. Außerdem müssten Anträge schneller und einfacher bearbeitet werden und Wohnen leistbarer gemacht werden. Neben dem Ausbau von qualitativer, leistbarer und ganztätiger Kinderbetreuungs-Einrichtungen, müssten  Mütter- und Väterteilzeit sowie flexible und familienfreundliche Arbeitsmodelle gefördert werden. Im Sinne der Wahlfreiheit der Familien solle allerdings innerfamiliäre Betreuung gleichermaßen gefördert werden.

Maßnahmen: Sexualpädagogik und Lebensweisen

Im Sinne der Prävention fordert aktion leben eine verstärkte Subventionierung von außerschulischen Experten im Bereich Sexualaufklärung. Hierbei sei die Zusammenarbeit von Eltern und kompetenten Fachkräfte in den Vordergrund zu stellen. Verstärkt werden solle die „Prävention ungeplanter Schwangerschaften auf vielen Ebenen sowie Informationen über unabhängige Beratungsstellen und deren Möglichkeiten zur Unterstützung. aktion leben fordert außerdem Kampagnen im Bereich „partnerschaftliches Verhalten und Übernahme von Verantwortung in den Bereichen Beziehung, Sexualität, Verhütung und Kinderbetreuung“.

Maßnahmen: Unerfüllter Kinderwunsch 

Während um die Reproduktionsmedizin ein großer Markt entstanden sei, fehle es an präventiven und ganzheitlichen Ansätzen in der Auseinandersetzung mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Zahl der betroffenen ungewollt kinderlosen Paare könne durch eine bessere Erforschung der Ursachen und durch Bewusstseinsbildung über die große Bedeutung von Alter und Lebensstil für die Fruchtbarkeit reduziert werden. Während unabhängige Beratung und Information für Kinderwunsch-Paare bereitgestellt werden müsse, solle das sog. „Social Egg Freezing“ verboten bleiben. Künstliche Befruchtung müsse in Zukunft umfassender kontrolliert werden und unbedingt am Kindeswohl orientiert sein. Daher fordert aktion leben auch, das Verbot der Leihmutterschaft verfassungsrechtlich zu schützen.

Maßnahmen: Menschenwürdiges Sterben

Ebenso müsse das Grundrecht auf Leben in der Verfassung verankert werden, was ein Aufrechterhalten des Verbotes von Tötung auf Verlangen oder Beilhilfe zum Selbstmord beinhalte, fordert aktion leben. Außerdem sollte es in Zukunft einen Rechtsanspruch auf Betreuung durch Hospiz- und Palliativeinrichtungen geben. Um den tatsächlichen Bedarf zu decken, seien Ausbau und Regelfinanzierung aller Angebote der abgestuften Hospiz- und Palliativbetreuung notwendig. Wichtig sei auch der Ausbau von Unterstützungsangeboten für Pflegende und Angehörige.

In einer Reihe vieler Mitstreiter

aktion leben unterstützt mit diesem Maßnahmenkatalog eine Reihe gleichgesinnter Mitstreiter. Wie das IEF berichtete, hat etwa auch der Katholische Familienverband Österreichs einen umfassenden Forderungskatalog an die Regierung formuliert, der in die gleiche Richtung schlägt. Die Initiative „Stoppt Leihmutterschaft“ ruft zu einem globalen Verbot von Leihmutterschaft auf. Und auch die in den Startlöchern befindliche Kampagne FAIRändern fordert mehr Fairness für Österreichs Frauen und Kinder.

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