IEF, 2.7.2019 – Aufgrund einer Provokation wurde das Freundschaftsspiel der Frauenfußballmannschaften des Vatikan gegen den FC Mariahilf im letzten Moment abgesagt. Österreichische Spielerinnen hatten beim Abspielen der Vatikan-Hymne ihre Trikots hochgezogen und auf ihre Bäuche aufgemalte Eierstöcke gezeigt, um gegen die Haltung des Vatikans zur Abtreibung zu demonstrieren. Die Spielerinnen des Vatikans zogen die Konsequenz und verließen den Platz.

Politische Provokation verhindert Freundschaftsspiel

Trotz gegenseitiger Vorfreude auf das erste Freundschaftsspiel zwischen dem Frauenfußballteam des Vatikans und des FC Mariahilf stand das Spiel unter keinem guten Stern. Von Beginn an waren die Zeichen auf Provokation. Wie u.a. die Kleine Zeitung mit Berufung auf den ORF-Radiosender FM4 berichtete, waren ein Banner mit der Aufschrift „Football rules – not gender rules“ („Es geht um Fußball, nicht um Geschlechterrollen“) am Platz angebracht sowie die Eckfahnen mit Regenbogenfahnen als Unterstützung für die LGBT-Bewegung (Lesben-, Schwulen und Transgender-Bewegung) angebracht. Als dann noch während dem Abspielen der Vatikan-Hymne von einigen österreichischen Spielerinnen die Bäuche entblößt wurden, um mit Eierstockmalerei gegen die Haltung des Vatikans zur Abtreibung zu demonstrieren, wurde es Trainern und Spielerinnen zu viel. Sie verließen noch vor Anpfiff das Feld. In Abstimmung mit dem ebenfalls anwesenden Vatikanischen Nuntius Pedro López Quintana wurde das Spiel schlussendlich abgesagt.

Entschuldigung auf Facebook

Zwei Tage nach dem Vorfall entschuldigte sich der FC Mariahilf via Facebook beim vatikanischen Frauen-Fußballteam, berichtet orf.at. „Wir möchten uns aufrichtig bei den Spieler*innen des Vatikan Teams und den Gästen von nah und fern dafür entschuldigen, dass das Spiel nicht stattgefunden hat. Der Spielabbruch war zu keiner Zeit beabsichtigt und wir haben uns ebenfalls auf das Freundschaftsspiel gefreut.“ – so das Statement. Direkt nach dem Abbruch hatten die beteiligten Wiener Spielerinnen gemeint, dass sie sich der Folgen ihres Protests nicht bewusst gewesen wären. Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Andreas Unterberger: Endlich zeigt die Kirche wieder ein wenig Mut.

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