US / Abtreibung: Abtreibung im Spitzensport weitverbreitet

IEF, 22.06.2017 – Abtreibung scheint im Spitzensport weit verbreitet zu sein und vielfach erwartet zu werden. Sanya Richards-Ross, vielfache US-amerikanische Olympiasiegerin im Sprint, beendete kürzlich ihre Karriere. In ihrem Buch „Chasing Grace“ spricht sie offen über diese Problematik und ihre eigene Erfahrung. Grund für die vielen Abtreibungen sei unter anderem die unzureichende Aufklärung unter den Sportlerinnen.

Das Thema Abtreibung im Spitzensport scheint mehr Frauen zu betreffen als man vielleicht auf den ersten Blick annehmen würde. Die Gold-Medaillen Gewinnerin Richards- Ross sagte in einem Interview mit der dem Magazin Now (Sports Illustrated), sie kenne keine einzige Leicht-Athletin, die nicht auch abgetrieben habe. Sie selber hatte zwei Wochen vor den Olympischen Spielen in Peking 2008 eine Abtreibung und möchte mit ihrem Buch helfen, dass andere nicht in die gleiche Situation kämen.

Ein Grund für die Abtreibungen seien vor allem Falsch-Informationen und eine schlechte Aufklärung gewesen. In der Sportler-Community am College erzähle man sich etwa, dass man auf Grund des harten Trainings gar nicht schwanger werden könne, da durch die starke Belastung der Zyklus stark verkürzt werde oder sogar ausfalle. Auch die Pille wollten viele nicht nehmen, da sie dadurch Wasser einlagern und zunehmen würden. Da man sich hauptsächlich gegenseitig aufkläre, kenne man gar nicht alle Optionen.

Mit ihrem Buch möchte sie vor allem auch ihre spirituellen und emotionalen Erfahrungen teilen. Für sie selbst war es nicht leicht, sich für die Abtreibung zu entscheiden und auch für ihren damaligen Verlobten und heutigen Ehemann Aaron Ross sei es keine leichte Zeit gewesen. Ihr sei bewusst, dass Gott ihr vergeben habe. Aber: Um „sich selbst zu vergeben und wirklich weiter gehen zu können“ habe sie „Chasing Grace“ geschrieben, auch damit ihre Erfahrung andere helfen könne.

Die mehrfache Weltmeisterin wünscht sich, mit ihrem Schritt eine offene Diskussion über Abtreibung insbesondere im Spitzensport auszulösen und ein Tabu zu brechen. Sie selbst und auch ihre Ehe habe dieses Thema lange belastet, bis sie schließlich gemeinsam mit ihrem Mann versucht habe, das Thema aufzuarbeiten. Nun seien beide sehr glücklich und dankbar darüber, dass ihnen ein weiteres Kind geschenkt wurde.

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