AT / Lebensende: 5 Jahre mobiles Kinderhospiz und Palliativteam MOMO in Wien

IEF, 20.4.2018 – Seit dem Start im Frühjahr 2013 begleitete das mobile Kinderhospiz und Palliativteam MOMO 220 schwerstkranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie ihre Familien zu Hause – medizinisch, pflegerisch und psychosozial. Die rein spendenfinanzierte Einrichtung zieht nach 5-jährigem Bestehen Bilanz und verortete großen Bedarf.

In der Presseaussendung vom 12.4.2018 bezeichnet MOMO-Leiterin und Kinderärztin Martina Kronberger-Vollnhofer die vergangenen 5 Jahre als „Pionierarbeit“, bei der bedarfsorientiert ein umfassendes Betreuungsprogramm in den Bereichen Medizin, Pflege, Physiotherapie, Sozialarbeit, Psychologie und Hospizbegleitung aufgebaut werden konnte. „Es ist uns bis heute gelungen, jede hilfesuchende Familie in vertrauter Umgebung zu begleiten – unkompliziert und kostenlos“, resümiert Kronberger-Vollnhofer.

Wiens mobiles Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO wurde von der CS Caritas Socialis, der Caritas der Erzdiözese Wien und MOKI-Wien gegründet. In Wien lebten derzeit rund 800 Kinder und Jugendliche, die an einer lebensbedrohlichen oder lebensverkürzenden Krankheit leiden. Ein gemeinsames Leben mit einem schwerstkranken Kind zu Hause ist ohne professionelle Hilfe oft nicht möglich. Hier möchte die Unterstützung  und Begleitung von MOMO ansetzen. Ein betroffener Vater beschreibt die Unterstützung durch MOMO folgendermaßen: „Meine Tochter Luisa ist unter tragischen und traurigen Umständen zur Welt gekommen, mit schwersten neurologischen Folgen. Nach zahlreichen stationären Krankenhausaufenthalten in den ersten zwei Jahren, ist MOMO unterstützend aufgetreten. MOMO schließt die Lücke in unserem Gesundheitssystem für schwerstkranke, daheim betreute Kinder eindrucksvoll. Durch die hohe medizinische Kompetenz und starke Vernetzung zu FachärztInnen und Krankenhäusern, fühlen wir uns sehr professionell, einfühlsam und liebevoll betreut. Wir haben oft auch emotionale und organisatorische Krisensituationen, bei denen uns MOMO auch sehr stark zur Seite steht“.

Bislang sei eine öffentliche Finanzierung ausgeblieben, die Arbeit von MOMO wurde durch großzügige Spender und Wegbegleiter ermöglicht, erklärt Kronberger-Vollnhofer. Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, betont in diesem Zusammenhang: „Zum 5. Geburtstag wünschen wir uns, dass der Fortbestand von Projekten wie MOMO nicht mehr nur von Spendengeldern abhängig ist. Alle Kinder, die diese Unterstützung benötigen, sollen sie auch bekommen. Da geht es einerseits um die mobile Betreuung durch Angebote wie MOMO. Wir sind andererseits aber auch überzeugt, dass es in Wien auch ein stationäres Hospiz für Kinder und Jugendliche geben sollte.“

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