-, Pro-Life-US / Abtreibung: Parteispitze der US-Demokraten empfängt innerparteiliche Pro-Life Aktivisten

US / Abtreibung: Parteispitze der US-Demokraten empfängt innerparteiliche Pro-Life Aktivisten

IEF, 27.7.2017 – Wenn man von Europa aus die amerikanische Wähler- und Parteienlandschaft beobachtet, entsteht schnell der Eindruck, dass sich Pro-Life und Pro-Choice Aktivsten unversöhnlich gegenüber stehen und diese Trennlinie mit jener zwischen Republikanern und Demokraten ident sei. Nicht ohne Grund versuchten daher auch Donald Trump in seinem Wahlkampf pro-life Positionen zu setzen und Hillary Clinton Organisationen wie Planned Parenthood massiv zu unterstützen. Aber auch unter den Demokraten gibt es vermehrt Stimmen, die sich für das Lebensrecht des Ungeborenen einsetzen. In einer Pressemeldung gehen die „Democrats for life America“ (DFLA) sogar von fast einem Drittel der Demokraten aus, die sich als pro life Unterstützer sehen.

DFLA suchte daher das Gespräch mit dem Parteivorsitzenden der US-Demokraten, Tom Perez, und bekam es. Dies ist umso erstaunlicher, als nicht zuletzt Perez selbst zuvor noch verlauten ließ, dass jeder, der die Demokraten unterstütze, auch das Recht auf Abtreibung verteidigen und vertreten solle.

Ziel des Treffens war nach Kristen Day, executive director der DFLA, zu besprechen, wie auch Parteimitglieder der Demokraten, „die sich für Pro-Life aussprechen, in die Partei integriert werden können(…).“ Nach Vorstandsmitglied Charles C.  Camosy sei es inzwischen unbestreitbar, dass die strikte pro-choice Haltung der Demokraten zur Abtreibung auch zu Verlusten bei Abstimmungen führen würde. Vor allem im mittleren Westen und dem Süden der Vereinigten Staaten habe diese Haltung zu Einbußen bei Wahlergebnissen geführt. Problematisch sei zudem auch, dass Pro-Life-Gruppierungen oft vorgeworfen werden würde, sich anschließend nicht um die Versorgung der Kinder und der Familien zu kümmern. Dass sei bei DFLA nicht der Fall, so Day.  Sie sprechen sich für eine Versorgung der Kinder und des Menschen von Anfang des Lebens bis zum Ende aus.

Das Treffen lässt hoffen, dass die Parteiführung der Demokraten zumindest Verständnis und Toleranz für jene Politiker in ihrer Partei zeigen könnte, die sich für eine andere Position aussprechen, so Camosy.  Wenn die Demokraten wieder an Stimmen und Staaten dazu gewinnen wollen, müssen sie in dieser Frage ihre Strategie ändern, denn für zu viele Wähler sei die Haltung der Demokraten zur Abtreibung das entscheidende Kriterium diese nicht zu wählen.

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2017-07-28T10:54:30+00:00